Was ist eigentlich der Mindestlohn ?

Es gab eine lange Zeit in Deutschland kein Mindestlohn, im Gegenteil zu Frankreich zum Beispiel. Aber was nennt man eigentlich Mindestlohn und was trägt es mit sich ? Eine einfache Definition wäre zu sagen, dass der Mindestlohn das kleinste rechtlich mögliche, in der Höhe fixierte Arbeitsentgelt ist. Wie man seine Höhe festlegt hängt entweder von der gesetzlichen Regelung ab, oder von einer Festlegung in einem für allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrag, oder indirekt von dem gesetzlichen Verbot von Lohnwucher ab. Es gibt zwei Arten von Mindestlöhnen : der eine bezieht sich auf den Stundensatz die der Arbeitnehmer macht, der andere bezieht sich auf den Monatslohn in Falle einer Vollzeitbeschäftigung. Wie in vielen Bereichen gibt es in Deutschland zwar eine nationale Regelung, aber auch ein regionales Gesetz. Für die Mindestlöhne gibt es teils regionale Varianten die sich auf Kommunen und Bundesländer beziehen. Unterschiede zwischen Mindestlöhne gibt es auch je nachdem in welcher Branche Sie eingestellt sind. Er ist auch an in- und ausländischen Saisonkräfte im Bereich der Landwirtschaft zu zahlen. Der Standard Mindestlohn lag seit dem 1.1.15 bei 8,5 Euro die Stunde aus für die Ausnahmefälle die wir in Folge schildern werden. Seine Einführung war zuerst kontrovers sowohl von der Wirtschaft als auch von der Politik angesehen. Befürchtet wurde der Verlust von Arbeitsplätzen. Im Gengensatz zu dem was man sich vorstellen kann, profitiert der Staat von der Einführung des Mindestlohns. In der Tat, erhöhte Einkommen bedeutet zwangläufig erhöhte Steuern. Die Pros und Kontras bezüglich der Einführung des Mindestlohns werden ausführlich in dem nächsten Teil geschildert.

Gründe der Einführung eines Mindestlohns

 

Warum hat sich auf einmal Deutschland dafür entschieden, ein Mindestlohn einzuführen ? Jahre lang war diese Maßnahme ausgeschlossen und sehr kontrovers, und plötzlich wird der Mindestlohn eingeführt. Als aller erstes soll der Mindestlohn existenzsichernde Arbeitsbedingungen schaffen. Somit soll auch Altersarmut deutlich verhindert werden. Durch Mindestlohn wird der Staatshaushalt entlasten, was ermöglicht ein Teil davon für andere Zwecke zu verwenden. Ein weiteres Argument, dass nicht unbedingt deutlich zu dem Schein kommt, ist, dass der Mindestlohn für Frauen eine schützende Funktion hat. Frauen sind wie in anderen entwickelten Ländern von Niedriglöhne betroffen, und sind häufig weniger bezahlt als Männer. Zuletzt kann man auch erwähnen, dass es für die Wirtschaft profitable ist. Höhere Löhne kurbeln auf jeden Fall die Binnenwirtschaft an.

Wie bei allen politischen Entscheidungen gibt es selbstverständlich auch Gegenargumente zu der Einführung des Mindestlohns. Manche Wirtschaftler sind zum Beispiel der Meinung, dass die Einführung eines Mindestlohns eine Gefährdung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit ist. Der Mindestlohn könnte auch zu mehr Firmenpleiten führen, sowie zu steigenden Preisen für Waren und Dienstleistungen. In anderen Worten wird befürchtet, dass die Einführung des Mindestlohns die deutsche Wirtschaft deutlich belastet. Einige Wirtschaftler meinen, dass das Risiko besteht, dass die Arbeitslosigkeit steigt, und zu der gleichen Zeit die Schwarzarbeit.

Noch heute ist der Mindestlohn in Deutschland Pflicht und wird seitdem alle zwei Jahre an dem Markt angepasst.

Ausnahmefälle

mindestlohnWenn Sie selbstständig werden und Ihre eigene Firma eröffnen, sollten Sie nicht auf den Mindestlohn zählen. Der gilt für sie nämlich nicht. Der Mindestlohn sollte auch an ausländische Arbeitnehmer auch gezahlt werden. Jedoch wird er nicht bezahlt, wenn ein Auftrag komplett von dem Ausland erledigt wird. Siehe das Beispiel : „Pikanterweise hat dieses Verfahren ein Staatsunternehmen, nämlich die Bundesdruckerei, initiiert. Sie ging bei einem von der Stadt Dortmund ausgeschriebenen Auftrag zur Aktendigitalisierung leer aus. Dort schreibt das Tariftreue- und Vergabegesetz Nordrhein-Westfalen einen Mindestlohn von 8,62 Euro vor. Die Bundesdruckerei wollte für diesen Auftrag ein polnisches Subunternehmen, das geringere Löhne an ihre polnischen Mitarbeiter zahlt, einschalten. Tatsächlich hatte sie mit ihrer Klage Erfolg, weil der EuGH in der Ausschreibung einen Verstoß gegen die Dienstleistungsfreiheit erkannte. Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge dürfe das vorgeschriebene Mindestentgelt nicht auf Unternehmen in anderen EU-Ländern erweitert werden. Nachdem der Auftrag nur in Polen verrichtet würde und die dortigen Lebenshaltungskosten nicht    einbezogen würden, sei die deutsche Vorgabe eines Mindestentgelts unverhältnismäßig. Konsequenz: Der Mindestlohn von 8,62 Euro ist bei einer Auftragsdurchführung durch das polnische Subunternehmen nicht anzuwenden.“ (vgl. Elisabeth Matejka, Eric Kubitz ; Der Mindestlohn kommt – und mit ihm viele Probleme, Seite 7)

Langzeitarbeitslose fallen auch unter der Kategorie der Ausnahmefälle. Wenn Sie als Langzeitarbeitslose eingestellt werden, kann es durchaus möglich sein, dass Ihr Arbeitsgeber Sie unter 8,5 Euros die Stunde bezahlt. Nach einem halben Jahr hat es die Pflicht Sie mit dem Standard Mindestlohn zu bezahlen.

Der nächste und letzte Ausnahmefall betrifft Praktikanten die in Bezug auf Ihr Studium ein Praktikum absolvieren. Wenn das Praktikum nicht die drei Monaten Frist überschreitet, gilt für Ihren Arbeitsgeber keine Mindestlohnpflicht. Diese Regel betrifft auch Schüler die ein Praktikum machen, und sogar Personen in Berufsausbildung. Dementsprechend, welch auch immer Ihr Status ist, wenn Ihr Praktikum über drei Monate dauert, müssen Sie den Mindestlohn erhalten.

Zuletzt sollte man auch erwähnt haben, dass der Mindestlohn erst ab 18 Jahren gilt. Wenn Sie also unter 18 Jahre sind, ist Ihr Arbeitgeber nicht dazu bepflichtet Sie mit dem Mindestlohn zu bezahlen.

Der Mindestlohn seit 2017

Laut dem Mindestlohngesetz wird der gesetzliche Mindestlohn jedes Jahr wieder neu festgesetzt. Am 01.01.2017 ist der Mindestlohn auf Höhe von 8,84 Euro pro Stunde. Die Mindestlohn Kommission die jedes Jahr berät hat festgelegt, dass der Mindestlohn am 01.01.2018 auch bei 8,84 liegen sollte. Das selbe wird im Laufe des Jahres 2018 passieren, in dem festgelegt wird, auf welcher Höhe der Mindestlohn für 2019 sein wird. Aber was ist es eigentlich für eine Kommission und wer ist befugt sich in dieser Kommission zu äußern ? Als aller erstes sollte erwähnt sein, dass die Mindestlohn Kommission erstmal frei von politischer Einflussnahme ist. Um ihre Entscheidungen zu treffen verlässt die Kommission sich auf dem Vorsitzenden, drei Vertreter der Gewerkschaften, der Arbeitgeber, und zwei Wirtschaftler die eine beratende Rolle spielen. Die Mindestlohn Kommission arbeitet jedoch nicht alleine. In dem nächsten Schritt der Genehmigung eines neuen Mindestlohns wird die Politik miteinbezogen. Wenn die Mitglieder sich auf eine Zahl geeinigt haben, wird der Vorschlag die Bundesregierung geschickt. Die Bundesregierung stimmt über den Mindestlohnvorschlag ab, und erst dann kann dieser in Kraft treten. Wie vorhin erwähnt, ist der gesetzliche Mindestlohn nicht unbedingt für alle Berufsbranchen derselbe. Vergleich zwischen Brutto und Netto Mindestlohn

Wie es schon erwähnt würde ist der Mindestlohn für das Jahr 2017 bei 8,84 Euro die Stunde. Aber ist dieser Zahl Brutto oder Netto ? Das macht natürlich ein riesen Unterschied. Die grundsätzliche Regel, wenn es um Löhne geht, ist, dass man den Bruttolohn meint. 8,84 Euro Mindestlohn die Stunde ist somit der Brutto Mindestlohn. So klingt der Mindestlohn 2017 auf einmal nicht mehr so begeisternd. Sie sollten jedoch wissen, dass der Arbeitgeber pauschal Steuern und Beiträge für die Sozialversicherung abführt. Auf Ihre Kosten bleibt nur die Rentenversicherung, und somit zahlen Sie keine weiteren Versicherungsbeiträge oder Steuern innerhalb Ihrer 8,84 Euro Mindestlohn pro Stunde. Wenn Sie ein Minijober sind, klingt das Ganze noch besser, denn Sie können bei Ihrem Arbeitsgeber beantragen von der Rentenversicherung befreit zu werden. Das heißt schlicht und einfach, dass Sie den 8,84 Euro Mindestlohn 2017 Netto einziehen. Was ist ein Minijob ? Es ist eine geringfügige Beschäftigung die im gewerblichen Bereich erfolgen kann, oder auch im Privathaushalt. Minijobs sind in zwei Kategorien unterteilt :

  • 450 Euro-Minijob : diese sind auf eine bestimmte Verdienstzeit begrenzt (in dem Fall kann die gewonnene Summe nicht 450 Euro überschreiten)
  • Kurzfristige Minijobs : sind von vorne rein zeitbegrenzt. Sie dürfen nicht mehr als drei Monate dauern, oder 70 Arbeitstage

Wie bei andere Jobs gibt es Minijob regelmäßige Arbeitszeiten, aber auch flexible Arbeitszeiten mit monatlich gleichem und unterschiedlichem Verdienst.

Was ändert sich für das Jahr 2018

 

Der Mindestlohn 2018 bleibt bei 8,84 Euro, das wurde schon von der Mindestlohn Kommission abgestimmt, und von der Bundesregierung unterschrieben. Jedoch können andere Faktoren beeinflussen, ob Sie mehr oder weniger Geld einziehen sowie zum Beispiel die Werte der unterschiedlichen Steuern und Sozialversicherungen. Als erster Betroffen zu Ihren Gunsten sind die Steuerfreibeträge :

  • Grundfreibetrag (Erhöhung von 8.820 Euro auf 9.000 Euro)
  • Kinderfreibetrag (Erhöhung von 4.716 Euro auf 4.788 Euro)
  • Kindergeld : 1. und 2. Kind (Erhöhung von 192 Euro auf 194 Euro), 3. Kind (Erhöhung von 198 Euro auf 200 Euro) 4. und jedes weitere Kind (Erhöhung von 223 Euro auf 225 Euro)
  • Unterhaltshöchstbetrag (§ 33a EStG) entsprechender Anhebung des Grundfreibetrags (d.h. Erhöhung von 8.820 Euro auf 9.000 Euro)

Das Mutterschutzgesetz soll ab dem 1.1.18 noch verstärkt werden, in dem Sinne, dass eine Schwangerschaft den Arbeitsgeber nicht beeinflussen darf, in seiner Entscheidung Sie einzustellen oder nicht. Ebenso soll eine Schwangerschaft nicht mehr zwangsläufig heißen, dass der Arbeitsvertrag beendigt werden muss. Grundsätzlich werden die Rechte der Frau die Mutter werden will verstärkt beschützt.

Ab dem 1.1.18 ändert sich ebenfalls das Gesetz der Erwerbsminderungsrente. Das betrifft die Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen, nicht bis zum Ende der regulären Arbeitszeit ihre Arbeit leisten können. Bisher wurde die Rente für Erwerbsgeminderte so berechnet, als hätten sie bis zum 62. Lebensjahr gearbeitet. Neuerdings wird die Zurechnungsgrenze um drei Jahre verlängert. Das heißt, dass Erwerbsminderte in Rente gehen werden, als ob Sie bis zu 65 Lebensjahr gearbeitet hätten.

Die Rente war bis jetzt nicht einheitlich in ganz Deutschland, bzw. es gaben noch Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Ab dem 1.1.18, wird die Rente schrittweise über sechs Jahre angepasst. Im Jahre 2024 wird die Rente in ganz Deutschland endlich einheitlich funktionieren. Das macht das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz.

Für das Jahr 2018 können sich sechs Branchen über steigende Mindestlöhne freuen.

Betroffene Branchen sind :

  • Berufliche Aus- und Weiterbildung (Erhöhung von 14,60 Euro auf 15,26 Euro)
  • Elektrohandwerk (Erhöhung von 10,65 Euro auf 10,95 Euro)
  • Pflegebranche (Erhöhung von 10,20 Euro auf 10,55 Euro)
  • Leiharbeit/Zeitarbeit (Erhöhung von 9,23 Euro auf 9,49 Euro)
  • Maler- und Lackiererhandwerk (Erhöhung von 10,35 Euro auf 10,60 Euro)
  • Steinmetz- und Steinbildhauer- Handwerk (Erhöhung von 11,20 Euro auf 11,40 Euro)

Mindestlohn Brutto Rechner

Wie mit einem klassischen Lohn gibt es im Internet Seiten, die Sie unterstützen um ihren Netto Lohn auszurechnen. Diese Rechner bieten Ihnen an Ihren Monatsgehalt basiert auf Ihren Stundenlohn zu berechnen, oder um gekehrt Ihre Arbeitszeit anhand Ihres Stundenlohns zu berechnen. Es handelt sich natürlich nur um hypothetische Angaben, die Ihnen helfen sich einen klaren Blick zu schaffen. Jedoch bleibt ihre Gehaltsabrechnung das Dokument an dem Sie sich referieren sollten. Interessant zur Kenntnis zu nehmen ist auch, dass es nach Ansicht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zulässig ist, die Arbeitnehmer in gleichen Monatsraten zu vergüten, wenn dabei der Stundenlohn – auf das ganze Jahr gerechnet – dem Mindestlohn entspricht. Ein verstetigtes Monatsgehalt ist dementsprechend zulässig. Für eine regelmäßige Arbeit von 40 Stunden ergibt sich ein verstetigtes monatliches Mindest-Gehalt in Höhe von 1.532,24 € (8,84 € × 173,33 Stunden/Monat).

Hierbei ein Beispiel einer Berechnung des Monatsgehalts anhand Ihres Stundenlohns :

Ein 10 Euro Brutto-Stundenlohn mit einer 40stündigen Arbeitswoche ergibt ein Monatsgehalt von 1.733 Euro. Wenn man nach der Formel 8,84 Euro x 173, Stunden pro Monat“ rechnet, kommen für ein durchschnittlichen Monat 173,33 Arbeitsstunden raus. Das heißt also, dass 10 Euro x 173,33 Stunden 1.733 Euro ergeben.

Hierbei ein Beispiel einer Berechnung des Stundenlohns anhand der Arbeitszeit :

Wenn Sie zum Beispiel 2.000 Euro als monatlichen Bruttoeinkommen einziehen, ist Ihr Stundenlohn bei 11,54 €. Auch kann man anhand der selben Formel berechnen: man geht davon aus, dass ein Monat durchschnittlich 173,33 Arbeitsstunden beinhaltet (2.000 Euro durch 173,33 Stunden ergeben 11,54 €).

Mindestlohn 2018
Bewerte diese Nachricht diese