Definition – Was ist eine kurzfristige Beschäftigung ?

Der kurzfristige oder befristete Arbeitsvertrag ist ganz einfach ein Arbeitsvertag, der auf bestimmte Zeit abgeschlossen wird. Es ist der Gegensatz zu dem unbefristeten Arbeitsvertrag in dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich nicht auf einem Vertragsende geeinigt haben. Der befristete Arbeitsvertrag soll zwangsläufig schriftlich abgeschlossen werden, sonst gilt er vor Gericht als unbefristeter Arbeitsvertrag. Nach dem statistischen Bundesamt hatten im Jahr 2014, 8% der Arbeitnehmer einen befristeten Arbeitsvertrag. Das ist nicht besonders viel im Vergleich zu dem europäischen Durchschnitt. Von den gesamten Arbeitsverträgen gab es im Jahre 2014 in Polen 24,7% befristete Arbeitsverträge. Es gibt in dem deutschen Gesetz zwei Arten der Befristung : eine Befristung mit sachlichem Grund, und eine Befristung ohne sachlichem Grund.

Die kurzfristige Beschäftigung mit sachlichem Grund

Sehr häufig kommt es zu einem befristeten Arbeitsvertrag, wenn der Bedarf an Arbeitskraft nur vorrübergehend ist. Das beste Beispiel dafür sind berufliche Bereiche dessen Geschäftsumsatz sehr von einer Jahreszeit abhängt. Das kann zum Beispiel für Freizeitparken der Fall sein, oder Museen, Skistation oder ganz einfach Weihnachtsgeschäfte. Der Arbeitgeber darf jedoch nicht für jede Tätigkeit jemanden für einen befristeten Arbeitsvertrag einsetzten. Wenn das Projekt zum Beispiel Bauarbeiten betrifft, gilt es in den Augen des Gesetzgebers nicht als Befristungsgrund. Diese Tätigkeit wie viele andere, gehört zu den Daueraufgaben und verpflichtet den Arbeitsgeber einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit dem gewünschten Arbeitsnehmer zu schließen.


Der zweite sachliche Grund den man leicht erraten kann, ist der Ausfall eines Arbeitnehmers aus. Der Arbeitsgeber muss in dieser Situation schnell zu einer Lösung kommen, damit die erwarteten Leistungen des entsprechenden Postens weiter erfüllt werden. Dies gilt zum Beispiel auch im Fall von Schwangerschaften, Krankheitsfälle oder natürlich Urlaub. Es wird dementsprechend eine Vertretung eingesetzt, die die Leistungen nur für eine bestimmte Zeit erbringen wird. Der kurzfristige Vertrag darf sich nicht einfach so in einem unbefristeten Arbeitsvertrag umwandeln.

Wenn eine Arbeitnehmerin mit einem befristeten Arbeitsvertrag selbst schwanger ist, ändert es nichts an ihrem Vertrag. Wird eine Arbeitnehmerin wegen ihre Schwangerschaft gekündigt, kann sie gegen diese Maßnahme rechtlich vorgehen. Fristlose Kündigungen funktionieren nur wenn der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin sich einer schweren Pflichtverletzung schuldig gemacht. Auch, wenn der befristete Arbeitsvertrag noch vor dem Eintritt des Mutterschutzes endet (dementsprechend sechs Wochen vor der Entbindung) erhalten Arbeitnehmerinnen bei Anspruchsberechtigung Arbeitslosengeld, wenn die Schwangerschaft rechtzeitig gemeldet wurde. Bis acht Wochen nach der Geburt zahlt dann die gesetzliche Krankenkasse bei entsprechender Versicherung das sogenannte Mutterschaftsgeld.

 

Kurzfristige BeschäftigungAls nächster sachlicher Grund zu einem befristeten Arbeitsvertrag die Probezeit. Wenn Sie als Arbeitsgeber jemanden auf Probe einstellen, kann es erstmal unter einem kurzfristigen Arbeitsvertrag geschehen. Die gesetzliche Probezeit, Ausnahmefälle ausgeschlossen, dauert sechs Monate. Diese Frist kann um sechs weitere Monate verlängert werden, wenn der Arbeitsgeber bei dem Gesetzgeber rechtfertigen kann, dass eine ordentliche Beurteilung der beruflichen Kompetenzen innerhalb der sechs Monate durchaus nicht ordentlich durchgeführt werden konnte. Für den Arbeitsgeber ist ein befristeter Arbeitsvertrag sehr interessant, da es ihm ermöglicht Leute und Kompetenzen auszuprobieren. Wenn man als Arbeitgeber nicht so sicher ist, aber unbedingt Personal braucht, kann man den Arbeitsvertrag einfach auslaufen lassen und somit ist die Situation erledigt. Für den Arbeitnehmer ist es teilweise auch eine recht interessante Variante. Es komme häufig vor, dass man sich nicht sicher ist, ob das der richtige Job ist, vor allem als junge Mensch. Die kurzfristige Beschäftigung ermöglicht eine Probezeit die für beide Seiten sehr vorteilhaft sein kann.

Zuletzt kann ein befristeter Arbeitsvertrag ganz einfach von dem Arbeitnehmer gewünscht werden. Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Ein gutes Beispiel wäre ein ausländischer Student, der nur für eine bestimmte Zeit in Deutschland ist, und einen kurzfristigen Arbeitsvertrag sucht. Dieser Wünsch könnte aber auch durch einen kommenden Umzug beeinflusst werden, oder beim Erreichen des Rentenalters.

Die kurzfristige Beschäftigung ohne sachlichen Grund

 

Die kurzfristige Beschäftigung ohne sachlichen Grund ist möglich. Der Gesetzgeber genehmigt diese Art Arbeitsverträge für der Arbeitsgeber, aber nur unter folgenden Bedingungen :

  • Der entsprechende kurzfristige Arbeitsvertrag darf maximal zwei Jahre dauern
  • Im Rahmen dieser zwei Jahren darf der Arbeitsvertrag maximal dreimal verlängert werden
  • Eine Verlängerung des Vertrages kann nur schriftlich vereinbart werden

Zwei Ausnahmen gibt es jedoch in diesem Bereich :

Die erste Ausnahme betrifft Arbeitnehmer die älter als 52 Jahre sind. Als Arbeitsgeber können Sie eine Person einstellen die über 52 Jahre alt ist, für einen befristeten Arbeitsvertrag von 5 Jahren. Sie brauchen dafür keine sachliche Begründung. Innerhalb dieser 5 Jahre Frist kann der Arbeitsvertrag unbegrenzt weitergeführt werden. Damit das Ganze gesetzmäßig bleibt, muss der Arbeitnehmer vor Beginn des Arbeitsvertrages mindestens vier Monate arbeitslos gewesen sein, Tranferkurzarbeitergeld bezogen haben, oder an einer öffentlich geförderten Beschäftigungsmaßnahme teilgenommen haben.

Die zweite Ausnahme betrifft Unternehmen die neu gegründet wurden. Wenn Sie unter dieser Kategorie fallen dürfen Sie in den ersten vier Lebensjahren ihres Unternehmens befristete Arbeitsverträge anbieten, die selber eine Dauer von vier Jahren haben können. Wie zuvor kann derselbe Arbeitsvertrag solange erneut werden, bis die vier Jahre Frist erschöpft ist.

Welche Rechte hat man als befristeter Beschäftigte ?

Grundsätzlich hat der befristete Beschäftige in einem Unternehmen dieselben Rechte wie der unbefristete Beschäftigte. Er darf zum Beispiel überkommenden Unbefristete Arbeitsverträge informiert sein. Es muss nicht zwangsläufig persönlich gemeldet sein, er kann zu derselben Zeit wie seine Kollegen informiert werden. Zusätzlich dazu darf der befristete Beschäftigte weiter ausgebildet werden. Er hat wie seine Kollegen einen Anspruch auf Weiterbildung. Der befristete Beschäftigte ist also wirklich wie ein anderer Arbeitnehmer wahrzunehmen.

Der einzige gravierende Unterschied, ist das seine Arbeitszeit befristet ist. Die Kündigung erfolgt automatisch an dem Termin der bei der Einstellung des Arbeitnehmers vereinbart wurde. Wenn dieser Termin nicht klar ausgedrückt wurde, soll der Arbeitsgeber mindestens 14 Tage vor der Kündigung dem Arbeitnehmer Bescheid sagen. Wird die Information kann aus dem befristeten Arbeitsverhältnis ein unbefristetes Arbeitsverhältnis werden.

Die Sonderbestimmungen zum Kündigungsschutzes enden ebenfalls an dem vereinbarten Termin. Die ordentliche Kündigung es befristeten Arbeitsvertrages erfolgt nur, wenn die Kündigung tarifvertraglich vereinbart ist. Eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund ist jedoch ebenso möglich, wie ein Aufhebungsvertrag.

Kurzfristige Beschäftigung
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